Riester sparen

Was verwundert ist die Tatsache, dass auch heute noch immer recht wenige Arbeitnehmer die Möglichkeiten des Riester-sparens nutzen. Merkwürdigerweise ist die Riester-Rente von Anfang an ein Stiefkind bei den vielfältigen Möglichkeiten der Altersversorgung gewesen und auch bis heute geblieben.

Woran liegt das?
Immerhin bietet der Abschluss eines Riester-Vertrages in einigen Fällen bis über 40% Zulagen vom Staat. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: über 40%!!

Gäbe es Aktien mit derartigen Aussichten – der Markt wäre wohl leer gekauft. Aber an die Riester Rente traut sich niemand so recht heran.

Zuerst führten die fast undurchschaubaren Förderkriterien zur Abschreckung beim Abschluss einer Riester-Rente, hinzu kam, dass Banken und Versicherungen viel lieber ihre eigenen Lebensversicherungen zum Kauf anboten, weil da die Provisionen erheblich höher ausfielen.

Zwischenzeitlich hat man das Zulagenverfahren allerdings einfacher gestaltet.

Grosszügig belohnt der Staat das Riester-Sparen
Benannt ist das Riester-Sparen bzw. die Riester-Rente nach unserem ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester. Er hatte diese Form der zusätzlichen Altersversorgung als günstige Ergänzung zur Altersrente vorgesehen. Immerhin fördert der Staat das Riester-Sparen einerseits mit Zuschüssen und andererseits mit Steuervorteilen.

Diese Vergünstigungen gelten für die betriebliche Altersvorsorge und auch für die privat vorgesehene Altersvorsorge. Alle Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung haben eine Berechtigung zur staatlichen Förderung ihrer privaten Riester-Vorsorge.

Das heisst, dass die meisten Arbeitnehmer, alle Auszubildenden, aber auch Arbeitslose zum dem Kreis der geförderten Personen gehören. Gleichzeitig wird die staatliche Förderung aber auch Soldaten, Beamten und Richtern gewährt. Jeder der Begünstigten kann auswählen unter einer privaten Rentenversicherung, einem Banksparplan oder einem Fondsparplan.

Vom Staat werden nur zertifizierte Produkte gefördert

Egal, wofür der Rentensparer sich entscheidet, es gilt immer folgende Regel: der Staat gewährt die dafür bestimmten Zulagen und Steuererleichterungen nur für zertifizierte Produkte. Dies geschieht im Rahmen des Sonderausgabenabzuges. Eine der wichtigsten Voraussetzung, um in den Genuss der Förderung zu gelangen, ist, dass die Rente lebenslang gezahlt wird, und sie darf erst frühestens ab dem 60. Lebensjahr beginnen.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Anbieter eine Garantie darauf gibt, dass zumindest das in der Sparphase angesammelte Kapital vollständig ausgeschüttet wird.

Es gibt allerdings auch Bedingungen für die staatliche Förderung: für 2005 galt ein Mindestsparsatz von 2% des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens, für 2006 und 2007 jeweils 3% und für 2008 4% (immer abzüglich der Zulagen, und es gilt das Bruttoeinkommen des Vorjahres). Bei geringeren Einzahlungen fällt auch die Förderung geringer aus.

Die Grenze des Jahreseinkommens beträgt jeweils € 52.500. Für 2005 wäre daher ein Sparbeitrag von € 1.050 möglich, für 2008 (da gilt der Satz von 4%), beträgt der maximale Sparbeitrag dann € 2.100. Überzahlungen honoriert der Staat nicht, daher sollten diese Sparbeträge nicht überschritten werden.

Riester-Sparen besonders günstig für Familien mit Kindern
Besonders attraktiv für Familien mit Kindern ist die Riester-Rente durch die staatlichen Zulagen. Ganz besonders bei Kindern lohnt sich das: der Staat gewährte eine Grundzulage in Höhe von € 76,– in 2005, diese steigt auf € 152,– im Jahr 2008.

Und für jedes Kind wird eine weitere Zulage von € 92,– in 2005 und € 185,– in 2008 gewährt. Somit kann sich je nach Familienstand die eigene Sparleistung verringern:

Hat z. B. ein Arbeitnehmer mit 2 Kindern einen Bruttoverdienst (Vorjahr!) von € 40.000,– in 2005, so müsste er € 800,– (nämlich 2% vom Bruttoeinkommen) in einen zertifizierten Riester-Sparvertrag einbezahlen, damit er die volle Zulage bekommt.

Hier verringert sich der eigene Sparbetrag um die Grundzulagen = € 76,– je Elternteil und 2 mal € 92,– für die Kinder (ergibt zusammen € 336,–) auf € 464,–.  Bei Ehegatten reicht es aus, wenn nur einer einen Anspruch auf die Förderung hat. Trotzdem erhält dann auch der andere, nicht berufstätige Partner, die Förderung in Form des Grundzuschlages.

Somit kann man sogar hier eine kleine Altersversorgung aufbauen, ohne einen einzigen Euro zu investieren. Für den Fall, dass beide Ehepartner berufstätig und damit begünstigt sind, erhalt auch jeder Partner die Grundzulage. Im Regelfall werden die Zulagen für die Kinder der Mutter hinzugerechnet.

Die für den Riester-Vertrag geleisteten Sparbeiträge kann man in der Jahressteuerklärung bei den Sonderausgaben eintragen, wobei hier auch die o. g . Höchstgrenzen zählen: € 1.050,– für 2005, für die Jahre 2006 und 2007 jeweils € 1.575,– und ab 2008 dann € 2.100,–.

Die Bezüge aus der Riester-Rente müssen bei der Fälligkeit versteuert werden. Da aber für Rentner die Bezüge ohnehin weitaus geringer ausfallen, wird auch die steuerliche Belastung rückläufig sein, sodass der Versicherte dennoch von der Riester-Rente profitiert.